Thürnaus Apfeltraum

Thürnaus Apfeltraum Thürnaus Apfeltraum

Natürlich kann ein Stück Torte eine komplette Mahlzeit ersetzen. Manchmal soll aber gerade ein Stück edles Backwerk den Abschluss eines Menüs bilden. Dann darf der Kuchen nicht zu schwer sein. Oder aber wir suchen einen kleinen Kuchen-Snack für zwischendurch – einen, der mit prallem Aroma die Geschmacksnerven kitzelt.

In Frankreich zum Beispiel gibt es dünne Apfel-Tartes, die ideal sind als Dessert. Gefertigt aus besten Äpfeln mit dünnem Teig – ein einfacher und doch genialer Genuss. Lust zum Backen? Dann müssen wir zunächst einkaufen,

 

und zwar

  • 4 – 5 Äpfel
  • (säuerliche Sorte wie Granny Smith oder Boskop)
  • 100 Gramm Butter
  • 200 Gramm Mehl
  • 20 Gramm Zucker
  • 1 Eigelb
  • eine Prise Salz
  • eine Zitrone
  • Quitten- oder Apfelgelee
  • ein Löffel Butter
  • eine Prise Salz
  • ein Gläschen Apfelbrand

Zubereitung:

Aus Mehl, Zucker, Butter und einem Eigelb kneten wir zunächst rasch einen Mürbeteig. Dazu nehmen wir nur die Fingerspitzen, denn wie jeder Mürbeteig darf auch dieser nicht lange geknetet werden. Manchmal – wenn zum Beispiel das Ei sehr klein war – lässt sich der Teig nicht richtig zu einer Kugel formen. In diesem Fall gebe ich immer einen Schuss Obstbrand dazu – und schon geht es. Wer Alkohol nicht darf oder will, kann auch einen Teelöffel kaltes Wasser dazu geben. Mürbeteig muss ruhen, darum kommt die Teigkugel - mit einem feuchten Tuch zugedeckt - in den Kühlschrank. Dort bleibt sie mindestens eine Stunde.

Nach dieser Zeit die Arbeitsfläche einmehlen und den Teig dünn ausrollen – so dünn, das er in der grossen, flachen Backform ( möglichst 28 bis 30 cm) höchstens drei bis 4 Millimeter dick ist. Am Rand sollte der Teig angedrückt werden, damit sich später ein natürlicher Rand ergibt.

Nun kommt die Backform in den Ofen – und wird bei 170 Grad rund 20 Minuten gebacken. Der Teig kommt ja später mit den Äpfeln noch einmal in den Ofen, darum darf er jetzt noch nicht gar, geschweige denn braun werden.

Nach dieser Zeit raus mit dem Teig aus dem Ofen und abkühlen lassen. Diese Zeit nutzen wir, um die Äpfel zu schälen, zu teilen und vom Kerngehäuse zu befreien. Mit einem scharfen Messer schneiden wir dann dünne Apfelspalten. Das dauert für eine ganze Torte ein wenig, und darum sammeln wir die Apfelspalten in einer Schale, und beträufeln sie immer wieder mit Zitronensaft – das verhindert, das sie braun anlaufen.

Schräg übereinander geschichtet belegen wir dann die Torte mit den Apfelspalten, ganz dicht und im Kreis, zuerst aussen, dann innen. Nach und nach ist der Boden dann dicht mit den dünnen Apfelspalten belegt.

In einer kleinen Schale haben wir inzwischen einen Teelöffel Butter geschmolzen. Dazu geben wir einen grossen Löffel Apfel- oder Quittengelee und ein Gläschen Apfelbrand in ein Schälchen. Sehr gut verrühren, bis es dünnflüssig ist. Dann diese Flüssigkeit noch warm mit einem Pinsel auf die Apfelspalten streichen.

Diese „Sonderbehandlung“ verfeinert nicht nur den Geschmack – die Feuchtigkeit verhindert auch, dass die Äpfel durch die Hitze austrocknen. Butter, Gelee und der Apfelbrand – das sind Aromen, die dem Apfelkuchen einen unvergleichlich Geschmack geben. Und das bei der unscheinbaren Höhe. 4 Millimeter Teig plus geschichtete Apfelspalten – das sind nicht mehr als 1,5 bis 2 Zentimeter – aber die sind prall gefüllt mit Geschmack.

Nun muss unser Apfeltraum nur noch im Ofen gebacken werden – eine halbe Stunde bei 170 Grad. Mit einer Gabel in die Äpfel stechen – ist er noch nicht gar, bleibt er eben noch 5 Minuten länger im Ofen. Sollte die Oberfläche beim Backen zu trocken werden, können wir ihn noch mal mit Butter bestreichen oder mit Apfelbrand beträufeln.

Ja, und dann ist unser Apfeltraum auch schon fertig. Ich essen ihn am liebsten warm, aber natürlich kann ein geduldiger Esser auch warten, bis der Kuchen abgekühlt ist. Sahne ist dazu eigentlich nicht nötig, aber Genuss kennt bekanntlich keine festen Regeln. Guten Appetit!